Bart Davenport hat viele Gesichter: Er war bereits Mod, Blues-Sänger und Softrock-Troubadour. Er ist ein eklektischer Singer-Songwriter mit zeitloser Crooner-Stimme. Seine Songs sind geschmeidig und widerborstig zugleich, sie bringen uns in eine imaginäre Vergangenheit oder Gegenwart, gespickt mit romantischen Oden und rätselhaften Figuren. Davenports Geschichten sind oftmals eine Spiegelung des Jetzt; sie spielen in einer Fantasiewelt, und doch vermitteln sie persönliche und universelle Wahrheiten. In seinem Heimstudio in Los Angeles hat er nun zwölf neue Songs eingespielt – eine Rückkehr zu Akustikgitarren und 60er-Jahre Barock-Pop-Klängen.
Davenports neuestes Material beflügelt die Fantasie und bietet eine Flucht vor den Turbulenzen der Gegenwart, ist aber zugleich auch als ungewöhnlicher Kommentar zu verstehen. Ob digitale Antagonisten in „Holograms“, tanzende Oligarchen in „Billionaires“ oder rätselhafte Nudisten in „Naked Man“ – viele schräge Charaktere bevölkern die lustige kleine Welt, die sich in Davenports Versen entfaltet. Seine Stimme klingt bisweilen besonders weich, dann wieder singt er in einem etwas frecheren, dramatischeren Bariton. Auf die allseits präsente Happy/Sad-Stimmung scheint er ein Patent zu haben, hinzu kommt gelegentlich auch mal eine jazzigere Harmonie.
Auf „Episodes“ (Tapete Rec/2022) betätigt sich Davenport an zahlreichen Instrumenten, doch allein hat er das Album nicht eingespielt. Bei der Produktion spielten zahlreiche Gäste eine entscheidende Rolle: Drummer Graeme Gibson veredelt viele der Tracks mit seiner Lässigkeit, darunter auch das Kinks-artige „It‘s you“. „Easy Listeners“ erfreut mit dem tropischem Samba-Flair, in dem sich Davenport gerne mal suhlt, diesmal wird er dabei unterstützt von dem versierten Percussionisten Andres Renteria (Jose Gonzales, Rodrigo Amarante). Das von türkischem Psychedelic inspirierte „Strange Animal“ hat futuristische Orgel-Riffs von Aaron M. Olson (L.A. Takedown) in petto, der Davenports vorheriges Album („Blue Motel“ von Bart & The Bedazzled) produziert hat. In Erscheinung treten zudem die langjährigen Bandgefährten Jessica Espeleta (Bass) und Wayne Faler (Lead-Gitarre).